Balkan-Reise. 26.4.2007 - 6.6.2007

Allgemeines: Dieser Reisebericht ist eine Ergänzung zu den Fotos auf unserer Fotopage, da die Fotos meistens für sich sprechen, schreibe ich hier vor allem von den nicht mit Fotos dokumentierten Ereignissen. Das Wetter war auf der ganzen sechswöchigen Reise sehr gut, nur gegen Schluss hatten wir in Kroatien 2 Tage mit zeitweise leichtem Regen.
Navigation: Im Balkan waren die GPS-Karten, ausser in Athen sehr schlecht. Meistens fährt man bis zu 500 m neben der eingezeichneten Strasse oder wichtige Strassen fehlen. Wir mussten uns zwischen GPS (Garmin Nüvi 660), Papierkarten und dem Karten-Programm "Promobil & Caravan" (auf dem Laptop) für den richtigen Weg entscheiden. (Die Karten von "Promobil & Caravan" waren meistens am besten).
Griechenland war unser erstes Ziel in diesem Jahr.

Akropolis Athen

Weil wir keine Fähren "Fans" sind planten wir über den "Autoput" nach Griechenland zu fahren. Nach einiger meist erfolgloser Suche von Camping und Übernachtungs- Plätzen in Serbien und Makedonien im Internet, in Richtung Griechenland. Die Fahrt über Italien, Slowenien, Kroatien Serbien und Makedonien nach Griechenland war problemlos. Die Grenzübertritte waren problemlos, die Pässe wurden mit mehreren Stempeln versehen und die Passdaten wurden in das Computersystem eingelesen. Der Fahrzeugausweis und die grüne Karte wurden immer kontrolliert. Der Diesel konnte, ausser bei sehr kleinen Tankstellen, immer mit Eurocard bezahlt werden. Übernachtet haben wir auf einer Autobahn Raststätte in Kroatien, bei einem kleinen "Motel" in Serbien und auf einem Lastwagenparkplatz mit Tankstelle vor der Grenze Makedonien / Griechenland. In Griechenland machten wir unseren ersten 2 Tage Stop auf dem CP Venezuela bei Skarfia zum Ausruhen. Dann fuhren wir weiter nach Athen. Dank GPS fanden wir den CP Athen problemlos in der 3.7 Millionen Stadt. In Athen besuchten wir die eindrückliche über 3000 Jahre alte Akropolis. Die Akropolis ist auf einem 156 m hohen Kalksteinfelsen, von da geniesst man eine herrliche Rundsicht über Athen.

Traumschiff

Auch eine "Shoppingtour" durch die Altstadt (Plaka) durfte nicht fehlen. Pia hat hier hübsche Kleider gekauft.
Natürlich haben wir auch Pireus den Hafen von Athen besucht. Ich habe hier mein Traumschiff mit eigenem Helikopter gesehen, leider war meine Portokasse gerade leer!!!
Von Athen starteten wir, nach vier Tagen, weiter auf die Halbinsel Peloponnes.

Astros/Peloponnes

Der erste Platz war an einer wunderschönen Bucht bei Astros. Hier konnten wir unser Wohnmobil (gratis) direkt ans Meer stellen. Die Wassertemperatur war 24 Grad. Von Astros fuhren wir, nach 3 Tagen weiter in Richtung Süden.

Kosmas/Peloponnes

Bei Kosmas überquerten wir einen "Furka-Urnerseite" ähnlichen Pass, wenn die Felsen nicht rot gewesen wären, hätten wir uns in der Schweiz gefühlt.
Ich habe mir die ganze Reise viel flacher vorgestellt, wir wurden von den vielen Bergen positiv überrascht.
Über Gythion erreichten wir unseren Übernachtungsplatz in Itylon, wieder direkt am Meer.

Kakovatos/Peloponnes

Auf der Fahrt nach Norden fanden wir in Kakovatos einen, um diese Jahreszeit (11. Mai) noch, leeren Strand (5 Km lang) wir haben unser Womo wieder direkt am Meer aufgestellt. Weil die grosse Hitze im Anzug war, über 30 Grad im Schatten, haben wir das Womo, am nächsten Tag, wieder in Richtung Norden gesteuert.
Auf unserem Weg nach Korinthos haben wir bei Patra noch einige Bilder von der 2004 (Olympiade in Athen) erstellten Brücke vom Festland zum Peloponnes geschossen.

Korinthos

Bei Korinthos haben wir den im Jahr 1893 gebauten, ca. 6,3 km langen, Kanal von Korinth besucht. Besonders interessant war hier die ins Wasser versenkbare Brücke. Am Tag ist hier ein reger Schiffsverkehr. Am Abend fuhren dann mehrere "Schrottschiffe" durch den Kanal.

Delphi

Unser nächstes Ziel war Delphi. Weil ich jahrelang mit der Programmiersprache Delphi programmiert habe, interessierte mich dieser Ort natürlich. Seit ich nun weiss dass Delphi auf griechisch "Gebärmutter" heisst, weiss ich warum ich beim programmieren manche schwere "Geburt" hatte! Delphi liegt auf etwa 700 m über Meer etwas zurückversetzt vom Meer. Von hier hat man eine herrliche Aussicht über die Olivenbaum Wälder. Das Orakel von Delphi war eine berühmte griechische Pilger- und Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Es war die wichtigste Kultstätte der hellenistischen Welt. Sie galt lange Zeit sogar als Mittelpunkt der Welt. Wir haben das Orakel von Delphi nur von aussen besichtigt, die Warteschlange an der Kasse war bereits am 14. Mai sehr, sehr lang.

Meteora

Von Delphi fuhren wir zu einem der Höhepunkte unserer Reise ins Gebiet von Meteora. Die Meteora Klöster gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Name Meteora leitet sich ab von meteorizo, was so viel wie in der Luft schwebend bedeutet. Dieser Name beschreibt die Lage der Klöster, die auf hohen Felsen gebaut wurden sehr gut. Es hat hier 24 einzelne Klöster und Eremitagen, von dehnen heute nur noch sechs bewohnt sind. Die restlichen 18 Klöster sind entweder zu schwer zu erreichen oder wurden wegen Einsturzgefahr verlassen. Meteora ist auch ein wunderschönes Wander- und Bergsteigergebiet.

Nach Meteora entschieden wir uns unser nächstes Ziel (Dubrovnik) über Makedonien und Albanien anzusteuern. Nach diversen sich widersprechenden Auskünften waren wir gespannt, was uns erwarten würde. Die Reise in den Norden von Griechenland verlief ohne Probleme. In Makedonien übernachteten wir in frei am See in der Stadt Ohried.

Albanien: Die Zollabfertigung an der albanischen Grenze dauerte etwa 10 Minuten. Nach der Kontrolle von Pass, Fahrzeugausweis, Nummernschild, grüne Karte und Wohnmobil auf etwaige weitere Personen und der Zahlung von 10 Euro pro Person (Durchfahrtsgebühr?) konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Weil wir keine Informationen über Campingplätze in Albanien hatten, beabsichtigten wir die etwa 270 km durch Albanien in einem Tag zu durchfahren. Die Strasse bis zur Hauptstadt Tirana (120km) war sehr gut, wir mussten aber über 3 Pässe mit teilweise schmalen kurvenreichen Strassen fahren. In Tirana war der Verkehr sehr gross, da auch die Karten des Navigationssystems nicht genau waren, war die Durchfahrt sehr stressig. Zu allem kam am Stadtrand noch eine Baustelle (10 Km) mit Schotterstrasse und sehr grossen Schlaglöchern. Die nächsten 100 Km bis nach Shkoder waren wieder gut. Die (35 Km) "Strasse" von Shkoder nach Hani i Hoti (Grenze Albanien-Montenegro) war eine schlimme "Hopperpiste" zum Glück hatte es hier praktisch keinen Verkehr, sodass wir die schlimmsten Schlaglöcher umfahren konnten. An der Grenze wurden wir von den Zöllnern per Handdruck begrüsst, ich glaube die haben schon lange kein Wohnmobil mehr gesehen.
Zu Albanien allgemein: Man sieht den Unterschied zwischen arm und reich hier sehr gut. Wir haben noch nie so viele Luxusautos (Mercedes, Audi, BMW) und daneben Schrottautos wie hier gesehen. Ich glaube hier gibt es praktisch keinen Mittelstand. Auch Camping-Plätze haben wir keine gesehen.

Montenegro

In Montenegro haben wir dann bei Podgorica (früher Titograd) vor einem verlassenen, von der USA (2006) gebauten, Viehmarkt übernachtet. (Sehr sauberer und ruhiger Parkplatz). Bei Kotor (Montenegro) habe ich mich, "dank" GPS Karte gründlich verfahren. Etwa 30 Km Umweg auf einer teilweise sehr schmalen Strasse.

Dubrovnik

Nach der Passage der Grenze Montenegro-Kroatien erreichten wir bald Dubrovnik. Dubrovnik wurde am 6. Dezember 1991 von den serbischen Truppen zum grossen Teil zerstört. Insgesamt wurden 11'425 Gebäude zerstört oder beschädigt. Dubrovnik wurde 1992 von den kroatischen Truppen zurückerobert. Heute ist die wunderschöne Stadt, dank internationaler Hilfe wieder (originalgetreu) aufgebaut. Nur die meistens neuen Ziegel-Dächer lassen das Ausmass der Zerstörung erahnen. Dubrovnik gilt als eine der schönsten Städte des Mittelmeerraums, besonders imposant war der etwa 2 Km lange Rundgang auf der Stadtmauer.

CP Sirena Lokva Rogoznica bei Omis (Split Kroatien)

Von Dubrovnik fuhren wir weiter in Richtung Heimat, wir planten in etwa 200 Km Stücken nach Hause zu fahren. Nachdem wir noch durch ein kurzes Stück Bosnien-Herzegowina (10Km) gefahren waren, fanden wir nach etwa 200 Km einen wunderschönen kleinen CP in Lokva Rogoznica bei Omis (Split Kroatien). Der Campingplatz Sirena ist an einem felsigen Abhang gegen das Meer angelegt. Der Besitzer Milan Stanic hat hier den Felsen entlang Strassen mit Buchten für Wohnmobile und Wohnwagen gebaut. Man kann also auswählen ob man sich direkt am Meer oder auf einer der vier höheren Etagen platzieren will. Auf allen Plätzen hat man freie Sicht auf das tiefblaue Meer. Von Zeit zu Zeit schwimmen sogar Delphine vorbei. Der ganze Platz ist klein (etwa für 70-100 Personen), hier wird man sehr persönlich bedient. Am Sonntag Abend gibt es, für alle Gäste, die legendäre Fischparty mit dalmatinischer Volksmusik. Ursprünglich wollten wir nur 1-2 Tage bleiben, zum Schluss sind wir 11 Tage geblieben.

Die Rückfahrt in die Schweiz erfolgte ab Split über die Autobahn via Trieste und Bergamo. Von Bergamo fuhren wir via Sotto il Monte (Essen- Schlafstop) nach Como und weiter über den Gotthardpass nach Hause.
Die ganze Reise hat und sehr gefallen.

Bemerkungen: Um der grossen Hitze in Griechenland auszuweichen, sollte man etwa 2 Wochen früher starten.
In Albanien müsste man vermutlich von Shkoder nach links fahren in Richtung Ulcinj (am Meer) und dann auf der Küstenstrasse in Richtung Dubrovnik.


Koordinaten Download:

Die Koordinaten unserer Übernachtungsplätze können hier heruntergeladen werden

Die Bilder von unserer Reise sind auf der



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